Institut für Regionalraumkultur und Geschichte um Schiltern

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     Schiltern, 29. Dezember 2016

Wann waren sie da - die 1. Schilterner?

 

Im Zuge unserer Heimatbuch-Recherche sind wir auf unglaubliches gestoßen. Während Schiltern und Kronsegg so in etwa um 1100 n. Chr. urkundlich erwähnt wurde so hat man doch auch immer Spuren älterer Besiedlungen gefunden.

 

Der Burgstall zu Kronsegg war schon immer ein interessanter Ort für Archäologen gewesen. Kronsegg war nachweislich schon im Neolithikum/Jungsteinzeit (4800 v. Chr.) besiedelt und bis in die Zeit der Völkerwanderung (4. bis 6. Jhdt n. Chr.) fast durchgehend bewohnt. In Schiltern wurden bis dato nur Streufunde nachgewiesen. Jetzt ist der Nachweis endlich gelungen:

Schiltern war schon vor 6800 Jahren (4800 v. Chr.) zentral besiedelt!

 

Das Institut RuGuS hat nach eingehender Prüfung und mit tatkräftiger Unterstützung des Instituts für Urgeschichte, mit dem Spezialisten für Kreisgräben, Univ. Prof. Dr. Gerhard Trnka, eine umfangreiche Untersuchung eingeleitet.

 

In Schiltern wurde nun am 20. April 2016 ganz offiziell ein eindrucksvoller Kreisgraben aus der Jungsteinzeit - dem Neolithikum - nachgewiesen. Schon seit Jahrzehnten hat man an jenem und an den umliegenden Feldern immer wieder Streufunde aufgelesen doch einen eindeutigen Beweis ist man immer schuldig geblieben.

 

             Symbolgrafik

 

Die ZAMG - die Zentralanstalt für Meteorolgie und Geodynamic, Department of Geophysics, Division Data hat, gemeinsam mit dem LBI - Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology, die besagten Grundstücke, mit dem vom Wissenschafter des Jahres 2015, Univ. Prof. Dr. Wolfgang Neubauer (Carnuntum, Stonehenge) entworfenen Magnetprospektions-Wagen, eine umfangreiche Untersuchung durchgeführt.

 

Archäologisch ist die Funktion der Kreisgrabenanlagen noch immer nicht eindeutig geklärt, vor allem die übliche Fund-Leere im Inneren ist aber ein Hinweis auf die Funktion als Ort für zeitlich begrenzten Aufenthalt, wie sie für Versammlungen oder bestimmte Rituale oder auch wie religiöse und soziale Zwecke, angenommen werden darf.

 

Der Schilterner Kreisgraben besteht aus 3 konzentrischen Gräben mit einem max. gemessenem Durchmesser von 107 Metern. Die schmalen 2 Unterbrechungen dienten als "Erdbrücken" um in das Innere des Kreises zu gelangen der noch von zwei (und auch das ist eine Seltenheit) Palisadenringen verschlossen war.

 

Vor der Jungsteinzeit lebte der Mensch als Jäger und Sammler doch dann und wann wurden die Menschen sesshaft und begannen vor etwa 6800 Jahren selbst Getreide anzubauen.

 

Stonehenge ist das bekannteste prähistorische Monument Europas, aber nur wenige wissen, dass bereits Jahrtausende früher in Mitteleuropa Monumentalbauten errichtet wurden. Dies liegt daran, dass von diesen Anlagen keine oberirdischen Reste erhalten geblieben sind, da sie im Gegensatz zu Stonehenge aus Holz und nicht aus Granit gebaut waren.

 

Es sei noch angemerkt das etwa das weltweit bekannte Stonehenge zur Zeit der niederösterreichischen Kreisgrabenanlagen noch in den Kinderschuhen steckte. Unsere komplexen, von Gräben umgebenen Monumentalbauten wurden rund 2000 Jahre vor dem britischen Steinkreis errichtet.

Kreisgraben Schiltern 2016

 

Getreide (Einkorn) ernten

Von den 49 bis dato (2016) in Österreich gefundenen Kreisgrabenanlagen befinden sich 46 in Niederösterreich. Grundsätzlich wurden diese Anlagen mit 2 Kreisgräben errichtet. Schiltern mit seinen 3 Gräben zählt zu den besonderen Ausnahmen.


 

PRESSEBERICHTE

 

Bezirksblätter-Krems "Sensationsfund wurde in Schiltern entdeckt" - Ausg. 52/28.12.2016

Blick.Punkt Langenlois "Der Schilterner Kreisgraben aus der Jungsteinzeit" - Ausg. 4/2016

Tips-Krems "Wissenschafter stellen mysteriösen Kreisgraben der Öffentlichkeit vor" - 3.11.2016

Langenlois Online "Geschichte Schiltern-Neue Erkenntnisse" - 27.10.2016

Mein Bezirk-Krems Online "Aktuelles aus der Steinzeit" - 26.10.2016

Mein Bezirk-Krems Online "Aktuelles aus der Steinzeit" - 4.10.2016

Blick.Punkt Langenlois "Schiltern und der Sensationsfund" - Ausg. 2/2016

Bezirksblätter Krems "Forscher legen Sensation frei" - Ausg. 19/2016 --> hier die online Version

NÖN Krems "Archäologische Sensation" - Ausg. 19/10.5.2016 --> zur online Kurz-Version

NÖ-Kurier "Nach 25 Jahren Suche alte Kreisgrabenanlage gefunden" - 29.4.2016 --> zur online Version

 

 

Kreisgrabenuntersuchung 2016

Kreisgrabenmessung

Klick aufs Bild für das Video

 


Mit Unterstützung und Mitarbeit von:

Univ. Prof. Dr. Gerhard Trnka - wissenschaftlicher Leiter des Kreisgrabenprojektes - Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie

Dr. Johannes Tuzar - Direktor Krahuletzmuseum Eggenburg

Mag. Andreas Thinschmidt - Kulturgeologe & Montanhistoriker

Dr. Martin Krenn - Bundesdenkmalamt - Archäologie Niederösterreich

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Neubauer - Wissenschafter des Jahres 2015 - Erfinder der Magnetprospektions-Methode

Archäologen Klaus Löcker & Mag. Ralf Totschnig - ZAMG - Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik-Department of Geophysik + LBI - Ludwig-Boltzmann-Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaelogy

Mag. (FH) Alois Huber - Institut RuGuS

Dipl. Ing. Gustav Lehmerhofer - Institut RuGuS

Johann A. Böhm - Institut RuGuS

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Das Institut bezweckt die Erforschung, Dokumentation, Sichtung und Archivierung der regionalen Kultur und Geschichte. Die Förderung von Zugängen und Bekanntmachungen für die Menschen, für das Gemeinwohl im Sinne geschichtlichen Wissens und Verständnisses von Zusammenhängen und Interpretationen.

 

 

   
         
         
 

www.rugus.schiltern.at

 

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